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VIER FRAGEN AN… Volker Westermann

Ein Showkoch und selbsternannter „Inklusions-Lobbyist“ im Interview
Volker Westermann rührt Eier in einer Schüssel an und schaut in die Kamera.

Wenn er nicht gerade mit seiner Frau Iris um die Welt reist, findet man Volker Westermann in der Küche. Als Moderator und Showkoch in der Sendung „dinner for everyone“  hat er unter anderem schon mit Alfred Biolek, Bernhard Hoëcker, Guildo Horn und Ole Plogstedt den Kochlöffel geschwungen und sich mit seinen Gästen dabei über spannende Themen unterhalten. Als „Inklusions-Lobbyist“, wie er sich selbst bezeichnet, setzt sich der 43-Jährige für eine inklusive Medienlandschaft ein und ist unter anderem aktives Mitglied im Verein Inclutainment Media

Wir wollten von Volker Westermann wissen: Was ist seiner Meinung nach für die Inklusion im Berufsleben wichtig?


#1: Herr Westermann, was bedeutet Inklusion im Beruf und bei der Arbeit für Sie?

Gerade im Arbeitsleben ist das eine sehr spannende Sache, weil hier neben Persönlichkeit ja auch Leistung gefragt ist. Damit diese erbracht werden kann, sollten sich alle gegenseitig aufeinander einstellen, also auf die unterschiedlichen Bedürfnisse, Kenntnisse und auch Einschränkungen des jeweiligen Gegenübers, um so im Arbeitsleben gemeinsam stark zu sein.

#2: Was bremst Ihrer Meinung nach die Inklusion – bei der Arbeit, aber auch in der Gesellschaft insgesamt?

Volker Westermann hält einen Basilikumstrauch vor sein Gesicht.
Volker Westermann kocht leidenschaftlich gern, am liebsten vor der Kamera mit spannenden Gästen. Foto: Volker Westermann

Häufig fehlt eine kollegiale Bereitschaft, füreinander da zu sein. Das ist auch unter Mitabeitern ohne Behinderung(en) so. Heutzutage liegt der Schlüssel zum Erfolg für viele nur noch im Alleingang. Das endet oft in Überlastungsgefühlen und Frust. Genau hier kann Inklusion ein Türöffner sein. Man kann sie als Chance begreifen, auch mal nach links und rechts zu schauen, bevor Arbeitsabläufe stur und in Eigenregie erledigt werden. Dabei würden viele entdecken, dass es dank der vielen unterschiedlichen Fähigkeiten von Menschen gemeinsam oftmals einfacher wird.

#3: Mit welchen kleinen oder größeren Handlungen könnten einzelne Menschen aus Ihrer Sicht selbst zur Inklusion beitragen?

Egoismus und Verbohrtheit sind für mich die größten „Inklusionskiller“. In unserer Gesellschaft ist es leider schwierig geworden, aufeinander zuzugehen, für Menschen mit ebenso wie für Menschen ohne Behinderung. Ich persönlich habe große Freude am Miteinander, sowohl im Job als auch im Privatleben. Das bevorzuge ich auch in meinem Beruf als Koch. Gerade dort erlebe ich oft, dass es in der Küche zusammen immer besser klappt und auch schmeckt. Dabei spielt nämlich weniger unser geschärfter Verstand eine Rolle als vielmehr ein herzlicher Umgang miteinander und die Freude daran, Dinge gemeinsam anzupacken.

#4: Wenn Sie Ihren Traum-Arbeitsplatz frei entwerfen könnten: Wie sähe der aus?

Die Grundlage für einen idealen Arbeitsplatz ist für mich die oder der Vorgesetzte. Sie oder er sollte es verstehen, auf die Stärken und Schwächen seiner Mitarbeiter einzugehen. Ein guter Chef versteht sich aus meiner Sicht selbst als Teil des Teams und geht auf die Bedürfnisse seiner Belegschaft ein. Durch Verständnis und den Kontakt auf Augenhöhe kann sich dann ein kollegiales Miteinander entwickeln und so kann sich jeder Einzelne entfalten.

Grafik einer GlühbirneVolker Westermann ist übrigens nicht nur vor der Kamera an Töpfen und Pfannen zu sehen, sondern kocht auch regelmäßig live. Wann diese Koch-Events stattfinden, was er sonst noch so treibt und welche anderen Projekte gerade aktuell sind, erfahrt ihr auf seiner Website.

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