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Mit viel Fingerspitzengefühl

Linktipp: Blinde Tasterinnen in der Krebsfrüherkennung
Vorschau der Website des Projektes "Discovering Hands"

Das menschliche Gehirn ist ein Organ, das sich hervorragend an veränderte Bedingungen anpassen kann. Bei Menschen zum Beispiel, die im Laufe ihres Lebens ihr Sehvermögen verlieren oder von Geburt an blind sind, gleicht das Hirn die fehlenden visuellen Eindrücke aus der Umwelt nach und nach aus, indem es andere Sinne umso stärker ausprägt. Blinde Menschen haben deshalb nachweislich oft etwa einen besonders präzisen Tastsinn sie sind also im wahrsten Sinne des Wortes „feinfühliger“ als Menschen, die sich ganz auf ihre Augen verlassen können.
Diese Tatsache steht im Mittelpunkt eines Projekts, das dieses besondere Talent blinder Menschen kreativ nutzen will, um Krebserkrankungen früher zu entdecken: Discovering Hands bildet Blinde und sehbehinderte Frauen zu „Medizinischen Tastuntersucherinnen“ aus, die später in der Brustkrebsvorsorge arbeiten. Weil sie besonders sensibel auch kleinste Veränderungen im Brustgewebe mit den Fingern erspüren können, erhoffen sich die Initiatoren des Projektes davon, damit eine noch frühere Diagnose von Tumoren zu erreichen. Das könnte einen echten Fortschritt in der Früherkennung von Brustkrebs bedeuten: Rund 70.000 Frauen erkranken derzeit jedes Jahr noch neu an dieser Krebsart. Wenn auch kleine Tumore im Brustgewebe künftig früher entdeckt werden könnten, ließen sich viele dieser Neuerkrankungen vielleicht verhindern  oder zumindest die Heilungschancen deutlich verbessern.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Projektes: ↗ Discovering Hands

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