„Behinderung ist keine Verhinderung“

Die beiden Handelsblatt-Redakteurinnen Andrea Rexer und Carina Kontio sagen, dass die Arbeitswelt der Zukunft ein Umdenken braucht, also einen „Mindshift“. In ihrer gleichnamigen Podcast-Serie sprechen sie mit insgesamt sechs spannenden Gästen aus Wirtschaft und Politik, und zwar unter anderem darüber, welche Ideen diese Menschen zum Thema Vielfalt und Diversity haben und was aus ihrer Sicht gute Führung ausmacht.


In Folge 4 der Serie war die Kommunikations- und Start-Up-Managerin Lina Maria Kotschedoff zu Gast. Sie ist fast blind und erzählt im Interview, wie sie im beruflichen und privaten Alltag mit dieser Behinderung umgeht – zum Beispiel, indem sie Apps wie Siri oder Whatsapp gezielt einsetzt. Für sie hat sich dadurch so etwas wie eine „Innovationsgewohnheit“ entwickelt, wie sie es nennt: Sie macht sich laufend bewusst, was sie im Alltag braucht und findet dafür immer wieder neue Lösungen.

Im Interview spricht sie unter anderem über das Ärgernis mit dem Begriff „normal“, über den Unterschied zwischen Unterstützung und Bevormundung, über Vielfalt und Inklusion in ihrem persönlichen Umfeld und über Hindernisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Das Gespräch mit Lina Maria Kotschedoff könnt ihr euch im Mindshift-Podcast auf der Website des Handelsblatts oder bei Spotify anhören.




Inklusion an der Wahlurne

Wahlen sind der Moment einer Demokratie, in der Bürgerinnen und Bürger den mit stärksten Einfluss auf die Politik und die Gesellschaft nehmen können, in der sie leben möchten. Sie können am Wahltag derjenigen Partei ihre Stimme geben, die aus ihrer Sicht sie selbst und ihre Meinung auf politischer Ebene am besten vertreten kann. Diesen Sonntag (24. September 2017) ist es wieder so weit: Die Deutschen dürfen ihre politischen Stellvertreter in den Bundestag wählen und so mitentscheiden, wer das Land für die nächsten vier Jahre regieren und Entscheidungen treffen soll.

Das Wahlrecht gilt aber nicht für alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger. Rund 85.000 Menschen in Deutschland sind von der Wahl ausgeschlossen. Ein Teil davon darf deshalb nicht an die Urne, weil sie oder er eine Straftat begangen hat, schuldunfähig ist und deshalb in der Psychiatrie untergebracht ist. Der weitaus größere Teil, nämlich rund 81.000 Menschen, dürfen dagegen deshalb nicht wählen, weil sie eine geistige Behinderung haben und mit gesetzlicher Betreuung leben. Unser Linktipp der Woche dreht sich um genau dieses Thema: Was ist das für eine Regelung, die das so festlegt, warum gibt es und sie und wer genau ist davon betroffen?
In knapp 19 Minuten erklärt die Deutschlandfunk-Journalistin Claudia van Laak in einem schönen Hörfunk-Beitrag sehr anschaulich die Zusammenhänge hinter diesem Thema. Sie lässt dabei viele Menschen zu Wort kommen, die von der Ausschluss-Regelung oder anderen Barrieren beim Wählen betroffen sind. Und sie erläutert auch, woran die bisherigen Anläufe gescheitert sind, das Wahlrecht zu reformieren:

 „Außen vor: Inklusion an der Wahlurne“ Deutschlandfunk-Podcast von Claudia van Laak

Wer den Beitrag nicht hören möchte oder kann, sondern lieber lesen will: Hier hat der Deutschlandfunk den Podcast noch einmal vollständig aufgeschrieben.