Das Kollektiv „be able“: Design als Werkzeug für Inklusion nutzen

Kreativität als Schlüssel zur Selbstbestimmung verstehen – und Design zur Entwicklung guter Lösungen einsetzen: Das ist, in aller Kürze, der Ansatz des Vereins „be able“. Das Kreativ-Kollektiv holt dafür Menschen mit und ohne Behinderung, Geflüchtete, Studierende oder Kreative an einen Tisch. Durch das gemeinsame Arbeiten erleben die Teilnehmer:innen, dass ihre Ideen zählen und umsetzbar sind. So werden aktive Gestalter:innen aus Menschen, die sonst häufig nur als Adressat:innen von Angeboten gesehen werden.

Wie das aussehen kann, zeigen beispielhaft drei Projekte, die der Verein anbietet:

In einem zweitägigen Programmier-Workshop für Schulen namens „Hacky Days“ entwickeln Schüler:innen konkrete Ideen für mehr Inklusion. Im Format „Match My Maker“ arbeiten kreative Tüftler:innen gemeinsam mit Menschen mit Behinderung daran, kostengünstige Hilfsmittel zu produzieren – und legen diese Lösungen von vorn herein Open Source an, die Programmierung ist also offen einsehbar und kann von anderen Menschen weiterentwickelt werden. Und im Workshop „Im blinden Fleck“ erkunden Industriedesign-Student:innen, welche Grenzen die eigene Wahrnehmung hat und wo vorhandene Orientierungssysteme noch nicht ausreichen, wie etwa taktile Wegweiser für blinde Menschen in Gebäuden.

Ein wichtiger Baustein bei all diesen Projekten das Arbeiten in so genannten „Co-Creation“-Prozessen. Das bedeutet, dass alle Lösungen immer gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelt werden.

In den Workshops wird viel diskutiert, entworfen, gebaut und getestet. Und es fließen unterschiedliche Erfahrungen zusammen, die oft zu überraschenden Ergebnissen führen. Design wird so zu einem Werkzeug, mit dem sich Barrieren gezielt erkennen lassen – und zugleich neue Wege und Produkte entwickelt werden können, um diese zu überwinden.