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Und plötzlich geht es doch: „Manöverkritik“ der TAZ zur digitalen Inklusion

Gleich zu Beginn ihres Artikels führt Judyta Smykowski ihre eigene Branche als Negativbeispiel an: Medienhäuser seien oft nach wie vor nicht barrierefrei und inklusiv. Das erklärt sie an einem Beispiel.
Seit der Corona-Pandemie etwa gehe vieles plötzlich doch, was vorher eher als ungewöhnlich galt – Interviews am Bildschirm führen zum Beispiel. Dabei funktionierten Recherchen und Redaktionsarbeit in den vergangenen anderthalb Jahren sehr gut digital, also auch ohne Führerschein, der in Stellenanzeigen für Journalist:innen aber oft immer noch als „wünschenswert“ angegeben wird. Menschen mit körperlichen Behinderungen schließt das meist von vornherein als Bewerber:innen aus.

Nun geht es also doch auch von zu Hause aus, per Skype oder Zoom, stellt die Autorin fest. Und findet: Vor allem für Menschen mit körperlichen Behinderungen kann dieses Umdenken eine Chance auf dem Medien-Arbeitsmarkt sein, weil bedingungslose Mobilität plötzlich keine zwingende Voraussetzung mehr ist.
Wer dagegen eine Hör-, Seh- oder Lernbehinderung hat, ist durch die digitale Kommunikation eher mit neuen oder nur verschobenen Barrieren konfrontiert, analysiert Judyta Smykowski weiter. Durch eine schlechte Internetverbindung zum Beispiel können Verzögerungen in Bild und Ton entstehen. Der Inhalt von Videokonferenzen wird damit schnell unverständlich, weil etwa Aussetzer bei der Gebärdensprachübersetzung entstehen oder die Lippenbewegungen der Interviewpartner:innen nicht mehr klar zu erkennen sind. Digital bedeutet also nicht gleich barrierefrei.

In ihrer „Manöverkritik“ greift die Autorin noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte rund um die digitale Inklusion im Journalismus auf – und analysiert sie selbstkritisch. Unser Fundstück der Woche!