Julia Wedderkopf (HWK Münster) erklärt Employer Branding: Folge 1 der Video-Reihe „Gut zu wissen“

Was macht ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber – und wie lässt sich das am besten nach außen vermitteln? Mit diesen Fragen kennt sich Julia Wedderkopf gut aus, die bei der Handwerkskammer Münster im Schwerpunkt Ausbildungsmarketing arbeitet.
Im Videobeitrag erklärt sie, was Employer Branding ist und warum es dabei – anders als oft angenommen – um weit mehr geht als um Personalwerbung. Wichtig ist vor allem, eine klare Identität als Arbeitgeber zu entwickeln, die eigene Unternehmenskultur und die eigenen Werte sichtbar zu machen und auf dieser Grundlage glaubwürdig nach innen und außen zu kommunizieren. Das lohnt sich auch für Inklusionsbetriebe, denn sie bringen ohnehin schon außergewöhnliche Stärken mit – und mit gutem Employer Branding können sie diese Merkmale auch ganz gezielt nach außen tragen.

Transkription des Videos (zum Lesen bitte ausklappen)

Das Video beginnt mit einer animierten, hellblauen grafischen Einblendung, die mit fröhlicher Musik und Toneffekten unterlegt ist. Zu sehen sind ein weißes Ausrufezeichen und der Schriftzug „Gut zu wissen“. Darunter erscheint: „Begriffe zur Inklusion im Arbeitsleben kurz erklärt“.

Alles verschwindet wieder, dann folgt die nächste Einstellung: Eine große, helle Eingangshalle mit Glasfassade, mehrere Personen befinden sich dort bei den Vorbereitungen für eine Videoaufnahme mit Kamera und Beleuchtung, im Mittelpunkt steht Julia Wedderkopf. In einer weiteren animierten Einblendung steht über dieser Szene: „Employer Branding – erklärt von Julia Wedderkopf, Handwerkskammer Münster“.

Die Kamera zeigt anschließend durchgehend Julia Wedderkopf redend vor der Kamera. Sie steht in der gläsernen Halle, ihr gegenüber das Dreier-Team aus dem Journalisten, der sie interviewt, daneben einem Kameramann und einer Assistentin. Julia Wedderkopf trägt eine schwarze Hose, dazu ein weißes Oberteil und eine schwarze Jacke. Sie hat eine Brille auf und die Haare zu einem Zopf gebunden. An ihrer Jacke ist ein kleines Ansteckmikrofon befestigt. Während sie spricht, bewegt sie gelegentlich die Hände. Die Kamera-Einstellungen wechseln während des Interviews von Nahaufnahmen zu etwas entfernteren Einstellungen, ab und zu erscheint auch die Kameraperspektive ganz von außen, die zu Beginn schon zu sehen war.

Die Musik wird leiser, eine hellblau-gelbe, grafische Einblendung erscheint und verschwindet wieder, dann beginnt Julia Wedderkopf, zu sprechen:

„Einfach gesagt ist Employer Branding die Positionierung eines Unternehmens als Arbeitgeber. Wenn wir ein bisschen tiefer reinschauen, dann ist das etwas, was aus dem Marketing kommt und nun in den Personalbereich übertragen wird. Und damit umfasst Employer Branding alle Maßnahmen, Leistungen und auch die Kommunikation eines Unternehmens als Arbeitgeber.“

Die hellblau-gelbe, grafische Einblendung erscheint und verschwindet, beendet also diese Aussage und leitet zur nächsten über:

„Warum ist Employer Branding so wichtig? Wir haben auf der einen Seite gesellschaftliche Entwicklungen, auf die über das Employer Branding reagiert wird. Sprich: Fachkräftemangel, veränderte Erwartungen einer Generation an den Arbeitgeber. Und auf der anderen Seite können Unternehmen mit einem aktiven Employer Branding auch ganz aktiv ihren eigenen Erfolg mit steuern. Denn wir wissen, dass Mitarbeitende, die sich mit den Unternehmenswerten und der Unternehmenskultur identifizieren können, zufriedener sind, loyaler sind und auch produktiver sind.“

Die animierte grafische Einblendung erscheint und verschwindet wieder und leitet zur nächsten Aussage über:

„Inklusionsbetriebe können Employer Branding insbesondere nutzen, um sichtbar zu werden. Denn wir wissen: Inklusionsbetriebe bringen schon viele Stärken mit, die ein Wettbewerbsvorteil sein können, wie eine individuelle Förderung von Mitarbeitenden, eine diverse Unternehmenskultur oder auch verschiedene und flexible Arbeitsmodelle. Diese Punkte müssen jetzt aber sichtbar werden, insbesondere, wenn es darum geht, eine junge Generation anzusprechen, die genau von diesen Themen abgeholt wird.“

Wieder erscheint die animierte grafische Einblendung, danach wieder O-Ton:

„Der wichtigste Tipp für Inklusionsbetriebe, die Employer Branding betreiben wollen, ist: Einfach anfangen. Machen, und nicht denken, dass das nur etwas für ‚die Großen’ beispielsweise ist. Wichtig ist dann, strategisch vorzugehen. Also im ersten Schritt eine Analyse anzustreben, Innensicht einzuholen, die Außensicht, und eine Zielgruppenanalyse. Also Mitarbeitende auch mal befragen: Was schätzt ihr eigentlich an uns als Arbeitgeber? Dann, sich die Kernbotschaften daraus zu formulieren: Wofür wollen wir als Arbeitgeber stehen? Und diese dann nach intern, im Unternehmen, und nach extern zu kommunizieren und sichtbar zu machen.“

Die Kamera zeigt als Abschluss erneut die Aufnahme-Perspektive aus der Halle: Julia Wedderkopf steht in der Mitte, ihr gegenüber stehen der Journalist, der sie interviewt, die Assistentin links daneben und der Kameramann mit Kamera und Licht-Stativ auf der rechten Seite.
Der Journalist redet noch mit Julia Wedderkopf, sie lächelt, dann nickt der Mann dem Kameramann neben ihm bestätigend zu und beendet damit das Interview. Über der Szene steht als abschließende Einblendung: „Danke an Julia Wedderkopf von der Handwerkskammer Münster!“

Die Sene wird schwarz ausgeblendet, damit endet das Video.




Inklusion auf dem Weg in den Beruf: Die Gewinner des Bundesteilhabepreises 2026

Was haben eine Schauspielausbildung, ein Startup-Mentoring-Programm und ein Qualifizierungsprojekt für angehende Kita-Assistenzkräfte gemeinsam? Sie alle ermöglichen jungen Menschen mit Behinderungen einen barrierefreien Start ins Berufsleben – und wurden dafür beim diesjährigen Bundesteilhabepreis ausgezeichnet, der mit insgesamt 17.500 Euro dotiert war. Beworben hatten sich 119 Einrichtungen und Projekte für den Preis, eine unabhängige Fachjury wählte daraus die Siegerinnen und Sieger aus.

Der erste Platz ging an „Rheinkompanie“, einen inklusiven Ausbildungsgang der Kölner Schauspielschule DER KELLER. Junge Menschen mit und ohne kognitive Behinderung absolvieren hierbei gemeinsam eine professionelle Schauspielausbildung, um später in Theater, Film und Fernsehen zu arbeiten.

Platz zwei belegte inKlub e. V. (ebenfalls aus Köln) mit seinem vollständig barrierefreien Startup-Mentoring-Programm, das sich an Menschen mit Neurodivergenz, chronischen Erkrankungen oder Behinderungen richtet. Diese werden über sechs Monate hinweg mit Coachings und Workshops dabei unterstützt, eigene Geschäftsideen umzusetzen.

Und auch das drittplatzierte Projekt „Inklusion leben” der eva Kinderbetreuung GmbH aus Stuttgart setzt ganz auf barrierefreie Wege in den Beruf. Es qualifiziert Menschen mit Behinderungen, von denen viele keinen regulären Schulabschluss haben, zu pädagogischen Kita-Assistenzkräften weiter.




„Arbeit:inklusiv!“: Das Digitalmagazin der Inklusionsämter zur beruflichen Teilhabe in neuem Gewand

Das nun vollständig digitale Magazin liefert auch weiterhin fundierte Fachinformationen zu allen Fragen rund um Beschäftigung, Arbeitsplatzgestaltung und Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderung. Es richtet sich damit an verschiedene Zielgruppen: Arbeitnehmer:innen mit Schwerbehinderung können sich zu ihren Rechten und Fördermöglichkeiten informieren, Arbeitgeber:innen erhalten konkrete Hinweise zu Unterstützungsleistungen und praktischen Lösungen für eine inklusive Arbeitsgestaltung. Und auch für Betriebsräte, Schwerbehindertenvertretungen und Inklusionsbeauftragte ist das Digitalmagazin eine verlässliche Informationsquelle für aktuelle Entwicklungen und rechtliche Grundlagen zum Thema.

Vielfältige Themen und Formate

Die Beiträge auf dem neuen Portal reichen von Reportagen über erfolgreiche Inklusionsprojekte bis zu Fachartikeln über technische Hilfsmittel und Arbeitsplatzanpassungen. Ergänzt werden die Texte durch Videos, Podcasts und interaktive Elemente. Das Digitalmagazin ist außerdem in Themenressorts gegliedert, so dass die passenden Inhalte leicht auffindbar sind – etwa Infos zu Gesetzesänderungen und Fördermöglichkeiten oder konkrete Praxisbeispiele.
Außerdem gibt es ab sofort einen besonderen Service: Wer möchte, kann nach regionalen Inhalten der lokalen Inklusions- oder Integrationsämter filtern und sich etwa Förderpreise, Schulungsangebote oder Veranstaltungen vor Ort anzeigen lassen.

Barrierefrei gestaltet

Das Magazin erscheint nicht mehr in Ausgaben, sondern fortlaufend. Die neue Gestaltung berücksichtigt dabei besonders die Bedürfnisse von Menschen mit Seheinschränkungen, etwa durch hohe Kontraste und eine speziell entwickelte Schriftart, die das Lesen erleichtert. Außerdem funktioniert das übersichtliche Layout ohne störende Scroll-Elemente und auf allen Endgeräten, also auf Smartphones, Tablets oder Desktop-Computern, gleichermaßen.

Keine Beiträge mehr verpassen

Wer möchte, kann sich kostenlos für die „Arbeit:inklusiv! Highlights“ registrieren – ein E-Mail-Update, das regelmäßig über neue Veröffentlichungen im Portal informiert. Diese Funktion gab es zwar auch schon vorher, sie wurde mit der Umgestaltung des Digitalmagazins aber ebenfalls überarbeitet, neugestaltet und umbenannt.




Das Kollektiv „be able“: Design als Werkzeug für Inklusion nutzen

Kreativität als Schlüssel zur Selbstbestimmung verstehen – und Design zur Entwicklung guter Lösungen einsetzen: Das ist, in aller Kürze, der Ansatz des Vereins „be able“. Das Kreativ-Kollektiv holt dafür Menschen mit und ohne Behinderung, Geflüchtete, Studierende oder Kreative an einen Tisch. Durch das gemeinsame Arbeiten erleben die Teilnehmer:innen, dass ihre Ideen zählen und umsetzbar sind. So werden aktive Gestalter:innen aus Menschen, die sonst häufig nur als Adressat:innen von Angeboten gesehen werden.

Wie das aussehen kann, zeigen beispielhaft drei Projekte, die der Verein anbietet:

In einem zweitägigen Programmier-Workshop für Schulen namens „Hacky Days“ entwickeln Schüler:innen konkrete Ideen für mehr Inklusion. Im Format „Match My Maker“ arbeiten kreative Tüftler:innen gemeinsam mit Menschen mit Behinderung daran, kostengünstige Hilfsmittel zu produzieren – und legen diese Lösungen von vorn herein Open Source an, die Programmierung ist also offen einsehbar und kann von anderen Menschen weiterentwickelt werden. Und im Workshop „Im blinden Fleck“ erkunden Industriedesign-Student:innen, welche Grenzen die eigene Wahrnehmung hat und wo vorhandene Orientierungssysteme noch nicht ausreichen, wie etwa taktile Wegweiser für blinde Menschen in Gebäuden.

Ein wichtiger Baustein bei all diesen Projekten das Arbeiten in so genannten „Co-Creation“-Prozessen. Das bedeutet, dass alle Lösungen immer gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelt werden.

In den Workshops wird viel diskutiert, entworfen, gebaut und getestet. Und es fließen unterschiedliche Erfahrungen zusammen, die oft zu überraschenden Ergebnissen führen. Design wird so zu einem Werkzeug, mit dem sich Barrieren gezielt erkennen lassen – und zugleich neue Wege und Produkte entwickelt werden können, um diese zu überwinden.




Kurzfilm-Tipp: Aus dem Berufsalltag einer Fernsehmoderatorin mit Multipler Sklerose

Mit 24 Jahren erhielt Mirjam Kottmann die Diagnose Multiple Sklerose. Das veränderte ihr Leben und ihre berufliche Karriere grundlegend. Lange Zeit sprach sie im Job nicht offen über ihre Erkrankung, aus Angst, benachteiligt oder auf ihre Behinderung reduziert zu werden. Doch irgendwann entschied sie sich dafür, einen anderen Weg einzuschlagen.

Der 15-minütige ZDF-Film „Ich will gesehen werden“ erzählt, wie fordernd es für Mirjam Kottmann war, sich in einer stark durch Bilder und Klischees geprägten Branche ganz bewusst sichtbar zu machen. Und auch, wie sehr sich diese Entscheidung für die Nachrichtenmoderatorin persönlich gelohnt hat. Mirjam Kottmann geht es dabei aber um mehr als nur um ihre eigene Geschichte, sie begreift sich auch als Vorbild – und ihren Weg als Signal für mehr Vielfalt in den Medien und für eine Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderung selbstverständlich Teil des öffentlichen Bildes sind. „Ich will gesehen werden“ ist daher nicht nur ein sehr persönliches Film-Porträt, sondern wirbt auch eindrücklich für Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und Veränderung.




Tipp der Woche: Die Deutsche Blinden-Mediathek (DBM)

Die Deutschen-Blinden-Mediathek bietet unter anderem inklusive Karten- und Gesellschaftsspiele, spezielle Lehr- und Lernmittel, tastbare Koch- und Kinderbücher oder auch Materialien, die dabei helfen, die Blindenschrift zu erlernen. Viele dieser Angebote sind auf dem freien Markt schwer zugänglich oder teuer in der Anschaffung. Deswegen kann es sich lohnen, sie zum Ausprobieren erst einmal auszuleihen.

Die Zielgruppe der Mediathek ist sehr breit: Das Angebot richtet sich sowohl an die Mitglieder der „Deutschen Blinden-Bibliothek“ selbst als auch an Eltern, Frühförderstellen und Lehrkräfte. Gerade in der frühen Bildung und im Schulalter können passende Materialien nämlich entscheidend dazu beitragen, dass Kinder mit Sehbehinderung selbstbestimmt lernen und spielen können.




Ein Neuanfang mit Blumen: Mit Denise Urban bei Moderne Floristik Steinbrecher

Die Begeisterung für Natur begleitet Denise Urban seit ihrer Kindheit. Nach der Schule wollte sie deswegen vor allem eines: Floristin werden.

Doch der Weg in die Ausbildung war nicht einfach. Denise Urban ist schwerhörig und hat Dyskalkulie. Nach der Grundschule wechselte sie auf eine LWL-Förderschule für Kinder und Jugendliche mit Hörbeeinträchtigungen. Der Alltag war herausfordernd.

Nach der Schule machte sie zunächst ein langes Praktikum in einem Floristikbetrieb, um zu prüfen, ob der Beruf wirklich zu ihr passt. In ihrem ersten Ausbildungsbetrieb wurde sie aber nicht akzeptiert. Statt die Tätigkeiten zu lernen, die den Beruf ausmachen – Sträuße binden, Kunden beraten, an der Kasse arbeiten – erledigte sie vor allem einfache Aufgaben im Hintergrund.

Der Wendepunkt kam, als die 28-Jährige zu Moderne Floristik Steinbrecher in Waltrop wechselte. In dem Inklusionsunternehmen arbeiten 26 Menschen, darunter zehn Menschen mit einer Behinderung. Hier traf sie auf eine Chefin und ein Team, die auf ihre Stärken schauten und sie Schritt für Schritt aufbauten. Denise Urban wiederholte das zweite und dritte Ausbildungsjahr, am Ende stand der erfolgreiche Abschluss.

Heute ist sie nicht nur fachlich angekommen, sondern auch persönlich. Sie hat inzwischen ihre eigene Wohnung, hat ihren Führerschein gemacht und ein eigenes Auto. Im Arbeitsalltag weiß sie heute genau, was sie braucht – und spricht es offen an.

Wer das Unternehmen, in dem Denise Urban arbeitet, gerne selbst kennenlernen möchte, hat dazu am

11. März 2026 bei der LWL-Messe der Inklusionsunternehmen in Dortmund

die Gelegenheit. Die Veranstaltung widmet sich alle drei Jahre den Inklusionsunternehmen in der Region, die dort sich und ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Begleitprogramm aus Seminaren und Vorträgen sowie einen Stellenmarkt, bei dem sich Interessierte und Arbeitssuchende beraten lassen oder direkten Kontakt mit Inklusionsunternehmen aufnehmen können.

Wann? Mittwoch, 11. März 2026, 9-17 Uhr
Wo? Messe Dortmund, Halle 5

Weitere Infos gibt es unter www.lwl-messe.de (die Website wird laufend aktualisiert).

Der Eintritt zur Messe ist kostenlos und sie ist barrierefrei zugänglich. Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gibt es am LWL-Infostand kostenlose Unterstützungs- und Übersetzungsangebote. Außerdem stellt die Messe Dortmund auf ihrer Website Hinweise zur Anreise bereit.

Nico Wichmann

Denise Urbans Weg in einen Beruf, der zu ihr passt, ist eine Erfolgsgeschichte, bei der nicht zuletzt das Engagement von Inklusionsunternehmen wie der Modernen Floristik Steinbrecher eine wichtige Rolle spielt. Inklusion im Berufsleben kann also für jede einzelne Person funktionieren – auch deshalb ist Denise Urban eines der zehn „Gesichter der LWL-Messe 2026“!




Vier Videostorys und ein Infofilm zur beruflichen Inklusion von Menschen mit Behinderung


Am richtigen Platz: Geschichten aus Inklusionsunternehmen

In den folgenden vier Videostorys erzählen vier echte Menschen aus Inklusionsunternehmen in Westfalen-Lippe vor der Kamera ihre Geschichte. Sie schildern ihren Berufsalltag, ihren Weg in das jeweilige Unternehmen und davon, was ihnen ihre Arbeit bedeutet.

#1

In der Großküche mit Johanna Schielke (INI/IKS, Lippstadt)

#2

Im Büro eines Recyclinghofs mit Nico Ackermann (AGA, Detmold)

#3

In der Brauerei mit Nico Wichmann (Josefsbrauerei, Bad Lippspringe)

#4

Im Blumenladen mit Denise Urban (Moderne Floristik Steinbrecher, Waltrop)

Inklusionsunternehmen oder -abteilung gründen: Wie geht das?

Ergänzend zu den vier persönlichen Geschichten zeigt der folgende Info-Film des LWL-Inklusionsamts Arbeit, wie Inklusionsbetriebe und -abteilungen gegründet werden können und wer dabei unterstützt – zum Beispiel auch das Inklusionsamt selbst.




Teamgeist, Spaß und Anerkennung: Mit Nico Wichmann in der Josefsbrauerei

Die Josefsbrauerei wurde im Jahr 2000 gegründet und war europaweit die erste Firma für Menschen mit Behinderung, die Getränke herstellt. Seitdem arbeiten hier Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, alle in regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Brauerei hat so mittlerweile 13 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt geschaffen – und produziert mit ihrem inklusiven Team unter dem Motto „Gutes trinken. Gutes tun!“ erfolgreich verschiedene Biere, Limonaden und Eistees.

Nico Wichmann ist einer der Mitarbeiter, die eine Behinderung haben. Bevor er zur Brauerei kam, besuchte er Förderschulen und arbeitete in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Doch wirklich aufgehoben fühlte er sich dort nicht.

Hier kann er zeigen, was er kann, hilft in der Abfüllung, arbeitet am Pasteurisierer, sortiert Kästen im Lager, gibt Waren aus und hält den Hof sauber. Wenn irgendwo Unterstützung gebraucht wird, springt er ein. Der Umgang miteinander ist dabei immer respektvoll und humorvoll zugleich. Jeder Tag ist anders – und genau diese Abwechslung gefällt Nico Wichmann besonders gut.

Wer das Unternehmen, in dem Nico Wichmann arbeitet, gerne selbst kennenlernen möchte, hat dazu am

11. März 2026 bei der LWL-Messe der Inklusionsunternehmen in Dortmund

die Gelegenheit. Die Veranstaltung widmet sich alle drei Jahre den Inklusionsunternehmen in der Region, die dort sich und ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Begleitprogramm aus Seminaren und Vorträgen sowie einen Stellenmarkt, bei dem sich Interessierte und Arbeitssuchende beraten lassen oder direkten Kontakt mit Inklusionsunternehmen aufnehmen können.

Wann? Mittwoch, 11. März 2026, 9-17 Uhr
Wo? Messe Dortmund, Halle 5

Weitere Infos gibt es unter www.lwl-messe.de (die Website wird laufend aktualisiert).

Der Eintritt zur Messe ist kostenlos und sie ist barrierefrei zugänglich. Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gibt es am LWL-Infostand kostenlose Unterstützungs- und Übersetzungsangebote. Außerdem stellt die Messe Dortmund auf ihrer Website Hinweise zur Anreise bereit.

buntes Plakat mit Nico Wichmann

Nico Wichmanns Weg in einen Beruf, der zu ihm passt, ist eine Erfolgsgeschichte, bei der nicht zuletzt das Engagement von Inklusionsunternehmen wie der Josefsbrauerei aus Bad Lippspringe eine wichtige Rolle spielt. Inklusion im Berufsleben kann also für jede einzelne Person funktionieren – auch deshalb ist Nico Wichmann eines der zehn „Gesichter der LWL-Messe 2026“!




Zurück ins Leben, Schritt für Schritt: Im Büro eines Recyclinghofs mit Nico Ackermann

Das Telefon klingelt, Kund:innen kommen an den Tresen, Aufträge werden erfasst, Touren geplant. Mittendrin steht Nico Ackermann. Der 37-Jährige arbeitet seit zwei Jahren beim Inklusionsunternehmen AGA in Detmold, was für „Arbeitsgemeinschaft Arbeit“ steht. Die gemeinnützige GmbH ist ein Inklusionsunternehmen, 60 der 113 Beschäftigten hier haben eine Behinderung. Die AGA verbindet damit soziale Verantwortung mit ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit, die aus Recycling- und Entsorgungsdienstleistungen, Industriemontagen und Umwelt- oder Beschäftigungsprojekten besteht.

Nico Ackermann ist seit 2023 Teil des Teams. Die Arbeit im Büro des Recyclinghofs bedeutete für ihn seinerzeit einen großen Schritt zurück ins Leben: Mit 20 Jahren erlebte er eine schwere familiäre Katastrophe, die ihn traumatisierte. Daraus entwickelte sich eine massive Adipositas. Noch vor wenigen Jahren wog er 236 Kilogramm, vieles ging deswegen gar nicht mehr, selbst kurze Strecken wurden zur Belastung.

Mit Hilfe von Therapeuten krempelte er schließlich sein Leben um, fand zurück in den Alltag, absolvierte eine Reha-Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement, um auch beruflich wieder Tritt zu fassen – und wieder soziale Kontakte aufzubauen.

Nach der Umschulung bekam Nico Ackermann einen Magenbypass gelegt und begann, abzunehmen, mit großem Erfolg. Parallel fing er bei der AGA als kaufmännischer Mitarbeiter in der Disposition und in der Annahme an.

Der Weg in ein Inklusionsunternehmen ist für ihn bis heute der einzig richtige. Hier kann er sich entwickeln, beruflich wie gesundheitlich – und sowohl sein Team als auch das Unternehmen selbst unterstützen ihn dabei voll und ganz.

Wer das Unternehmen, in dem Nico Ackermann arbeitet, gerne selbst kennenlernen möchte, hat dazu am

11. März 2026 bei der LWL-Messe der Inklusionsunternehmen in Dortmund

die Gelegenheit. Die Veranstaltung widmet sich alle drei Jahre den Inklusionsunternehmen in der Region, die dort sich und ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Begleitprogramm aus Seminaren und Vorträgen sowie einen Stellenmarkt, bei dem sich Interessierte und Arbeitssuchende beraten lassen oder direkten Kontakt mit Inklusionsunternehmen aufnehmen können.

Wann? Mittwoch, 11. März 2026, 9-17 Uhr
Wo? Messe Dortmund, Halle 5

Weitere Infos gibt es unter www.lwl-messe.de (die Website wird laufend aktualisiert).

Der Eintritt zur Messe ist kostenlos und sie ist barrierefrei zugänglich. Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gibt es am LWL-Infostand kostenlose Unterstützungs- und Übersetzungsangebote. Außerdem stellt die Messe Dortmund auf ihrer Website Hinweise zur Anreise bereit.

Nico Ackermanns Weg in einen Beruf, der zu ihm passt, ist eine Erfolgsgeschichte, bei der nicht zuletzt das Engagement von Inklusionsunternehmen wie der AGA aus Detmold eine wichtige Rolle spielt. Inklusion im Berufsleben kann also für jede einzelne Person funktionieren – auch deshalb ist Nico Ackermann eines der zehn „Gesichter der LWL-Messe 2026“!