ADHS

ADHS ist die Abkürzung für „Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung“ und zugleich die Bezeichnung einer psychiatrischen Diagnose. Kurz erklärt nehmen Menschen mit ADHS – genetisch und neurobiologisch bedingt – mehr und andere Reize auf und verarbeiten diese anders als so genannte neurotypische Menschen. Ob und wie sich das für Außenstehende sichtbar äußert und ob ein Leidensdruck damit verbunden ist oder nicht, ist von Person zu Person aber sehr unterschiedlich.

In der öffentlichen Debatte kursieren trotzdem nach wie vor viele einseitige und oft negative Klischees zu ADHS. Am häufigsten ist das Bild des hibbeligen, unaufmerksamen Jungen, der in der Schule stört. Oft stehen also die vermeintlich sehr eindeutigen Symptome, das vorwiegende Auftreten von ADHS bei Jungen und Männern sowie die Schwächen stark im Vordergrund, obwohl all das nicht immer und vor allem nicht bei allen Menschen gleichermaßen zutrifft. Viel weniger bekannt sind die deutlich leiseren Symptome und – noch wichtiger – die ausgeprägte Palette an Begabungen und Stärken von Menschen mit ADHS, etwa eine ausgeprägte Kreativität und Neugier, eine hohe Begeisterungsfähigkeit oder eine schnelle Auffassungsgabe, um nur einige zu nennen.

Was besonders frustrierend für die Betroffenen ist, insbesondere dann, wenn sie erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden: Manchmal werden sie von ihrer Umgebung nicht ernst genommen oder fühlen sich aufgrund der Diagnose stigmatisiert. Insbesondere bei Mädchen und Frauen scheint das besonders oft der Fall zu sein. Ein Grund dafür: Anders als bei Jungen und Männern richten sich die Symptome bei ihnen häufiger nach innen und sind viel weniger von körperlicher Unruhe geprägt, entsprechen also seltener dem gängigen Klischee vom „Zappelphilipp“. Außerdem wenden Mädchen und Frauen meist viel Energie auf, ihren Leidensdruck zu verbergen und sich anzupassen. Auch deshalb werden sie in der Diagnostik nach wie vor häufig ganz übersehen.




Ausgleichsabgabe

Deutsche Unternehmen sind ab einer Betriebsgröße von 20 Arbeitsplätzen dazu verpflichtet, fünf Prozent ihrer Stellen mit Personen zu besetzen, die eine Schwerbehinderung haben. Wenn die Betriebe diese Quote unterschreiten, müssen sie eine Abgabe zahlen: die so genannte Ausgleichsabgabe.
Bis 2024 gab es dafür drei Stufen: Bei einer Beschäftigungsquote von 3 bis 5 Prozent mussten die Arbeitgeber 140 Euro pro Arbeitsplatz zahlen, bei 2 bis weniger als 3 Prozent 245 Euro und bei weniger als 2 Prozent 360 Euro. Mit einem neuen Gesetz, das 2024 in Kraft getreten ist, wurde eine vierte Stufe eingeführt: Betriebe mit über 60 Beschäftigten, die keinen einzigen Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen, müssen seither 720 Euro pro Monat und nicht besetztem Pflichtarbeitsplatz zahlen.

➝ siehe auch: Ausgleichsfonds




Ausgleichsfonds

Der Ausgleichsfonds ist ein Geldtopf, aus dem beispielsweise Projekte bezahlt werden, die Menschen mit Schwerbehinderung auf ihrem Weg zu einem Arbeitsplatz helfen. Das Geld dafür kommt von Unternehmen, die nicht genug Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen (das ist die so genannten Ausgleichsabgabe). Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verwaltet den Ausgeichsfonds und entscheidet, welche Projekte unterstützt werden.




BAFöG

Wird umgangssprachlich verwendet und bezeichnet in Deutschland die finanzielle Unterstützung vom Staat für Schüler:innen und Student:innen während ihrer Ausbildungszeit. Eigentlich steht die Abkürzung für „Bundes­ausbildungs­rderungs­gesetz“, das diese staatliche Unterstützung festlegt. Die Abkürzung „BAFöG“ wird aber im allgemeinen Sprachgebrauch als direktes Kürzel nur für die Sozialleistung verwendet, die durch das Gesetz geregelt ist.




Dyskalkulie

Eine Teilleistungsstörung, die sich durch Schwierigkeiten beim Verständnis von Zahlen, Mengen und grundlegenden Rechenarten äußert.




EdAL MR 4.0

Die Abkürzung steht für „Entwicklung und Erprobung digitalisierter Arbeitshilfen und Lerneinheiten auf Mixed Reality Basis in der beruflichen Reha-Ausbildung zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt 4.0“.




Neurodiversität

Der Begriff Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt der menschlichen Gehirnfunktionen und deren Verarbeitung. Die Gehirne neurodivergenter Menschen arbeiten also etwas anders als die so genannter neurotypischer Personen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit ADHS, Autismus oder Mischformen davon. Alles sind zwar neurobiologische Entwicklungsstörungen, trotz des Begriffs „Störung“ sind sie aber nicht automatisch etwas Krankhaftes, sondern bezeichnen erst einmal nur die Abweichung von einer Norm. Die negativen Begriffe in den medizinischen Diagnosen, eine defizit-orientierte Sprache und gesellschaftliche Regeln und Erwartungen lassen allerdings sehr oft diesen Eindruck entstehen.

Vereinfacht erklärt nehmen neurodivergente Menschen mehr und andere Reize und Informationen auf und verarbeiten diese anders als neurotypische Personen. Dadurch haben sie meist eine andere Perspektive auf ihre Umgebung und häufig auch besondere Fähigkeiten und Stärken. Viele erleben zugleich aber auch höheren Stress und Leidensdruck im Alltag – insbesondere in Umgebungen oder in Situationen, in denen kaum oder gar keine Rücksicht auf diese Reizoffenheit genommen wird.

Für viele ist deshalb ein offenes, tolerantes und unterstützendes soziales Umfeld sehr wichtig, in dem sie sich nicht „verstecken“ müssen, ihre persönlichen Fähigkeiten gut entfalten können und das Bedürfnis nach Pausen und Rückzug wertfrei respektiert wird. Außerdem kann es für die Lebensqualität entscheidend sein, bei Bedarf auf medizinische und psychologische Unterstützung zurückgreifen zu können.