« Zurück zur Übersicht
 

Mittendrin – oder nur dabei? Umfrage zum Arbeiten mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen


Jetzt mitmachen bei einer Online-Studie der Universität Köln
Grafik: Bunte Hände rund um den Bildrand, in der Mitte steht "Mittendrin oder nur dabei?"

Wer eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder Behinderung hat, wünscht sich am Arbeitsplatz genauso viel Wertschätzung aus dem direkten Team wie andere Menschen auch. Aber bekommt er oder sie die auch? Können Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen im Job ‚sie selbst‘ sein? Oder haben viele eher das Gefühl, sich verstellen zu müssen? 
Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich eine Online-Befragung der Universität zu Köln. Die Forscherin Veronika Chakraverty und ihre Kolleginnen und Kollegen am Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation wollen mit ihrer Analyse langfristig dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen für Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz zu verbessern.


Die Studie

Wie steht es eigentlich um die „gefühlte“ Inklusion in Deutschland? An der Kölner Uni wird diese Frage jetzt genauer untersucht. Bisher ging oder geht es in Studien oft um die rein sachliche oder gesetzliche Faktenlage auf dem Arbeitsmarkt. Das Kölner Forscherteam beschäftigt sich dagegen mit der psychologischen Seite der Inklusion: Wie nehmen Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen ihr Arbeitsumfeld ganz individuell wahr? Und welche Gründe gibt es dafür?
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen dazu möglichst viele Eindrücke aus erster Hand sammeln. Wie fühlen sich Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in ihrem Team? Welche Auswirkungen hat das auf sie? Und was brauchen sie, damit es besser wird?

Wer darf an der Befragung teilnehmen?

Jede Person über 18 Jahre, die mindestens mit 18 Stunden in der Woche einer festen Arbeit nachgeht und eine oder mehrere langanhaltende (gesundheitliche) Beeinträchtigungen hat, die sie im Alltag mehr als nur geringfügig einschränken.
Bis wann läuft die Umfrage?
Die Befragungsphase läuft noch bis mindestens Ende 2019, dann wird der Online-Fragebogen geschlossen. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet, die voraussichtlich im Spätsommer 2020.

Wie lange dauert es, den Fragebogen auszufüllen?

Die Befragung dauert zwischen 15 und 25 Minuten. Nehmt euch die Zeit und macht mit, damit genügend Daten zusammenkommen – es werden nämlich insgesamt rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebraucht.

Muss ich auf alles antworten, was abgefragt wird?

Nein. Die Umfrage ist anonym und die Angaben sind freiwillig. Nur die Einstiegsfragen nach dem aktuellen Arbeitsverhältnis, der gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung und der wöchentlichen Arbeitszeit sind verpflichtend, damit der Fragebogen in die Studie einfließen kann. Das Forscherteam freut sich aber selbstverständlich über jede Frage mehr, die ehrlich beantwortet wird.

Gibt es eine Belohnung für die Teilnahme an der Studie?

Wer möchte, kann nach der Befragung an einem Gewinnspiel teilnehmen, bei dem zwei Gutscheine im Wert von je 100 Euro verlost werden. Außerdem bietet das Forscherteam an, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach Ende der Auswertung eine Zusammenfassung der Ergebnisse zuzuschicken.

Noch mehr Informationen und den direkten Link zum Fragebogen findet ihr hier.

 

Porträtfoto Veronika Chakraverty
Foto: Ralf Bauer


„Inklusion hört nicht auf, sobald ein Mensch mit Behinderung eine Arbeit hat – sie fängt dann erst richtig an!“



Kurzporträt: Veronika Chakraverty, Initiatorin der Studie

Veronika Chakraverty ist 44 Jahre alt, Wahl-Kölnerin und Psychologin. Sie mag Zahlen und Statistiken und arbeitet seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln. Dort schreibt sie ihre Doktorarbeit zum Thema „Arbeiten mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Inklusion und Inklusionsklima aus psychologischer Perspektive“.
Veronika lebt mit Multipler Sklerose (MS). Deshalb kennt sie viele der Fragen, die sie in ihrer Umfrage an andere Menschen stellt, aus ihrem eigenen Alltag. Denn ein Arbeitsplatz ist zwar ein sehr wichtiger erster Schritt für die Inklusion – doch danach gehen die entscheidenden Fragen eigentlich erst los: Wie geht es diesem Menschen an seinem Arbeitsplatz? Fühlt er sich in seinem Team wohl und sicher genug, um ehrlich mit seiner Erkrankung oder Behinderung umzugehen? Oder verstellt er sich lieber, weil er nicht als leistungsschwach gelten will? „Über die subjektive Seite von Inklusion wissen wir noch viel zu wenig“, sagt Veronika Chakraverty. Sie möchte mit ihrer Befragung dazu beitragen, dass sich das ändert.

Kontakt:
 veronika.chakraverty@uni-koeln.de

image_pdfimage_print