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Von Glossar | Neurodiversität

Neurodiversität

Der Begriff Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt der menschlichen Gehirnfunktionen und deren Verarbeitung. Die Gehirne neurodivergenter Menschen arbeiten also etwas anders als die so genannter neurotypischer Personen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit ADHS, Autismus oder Mischformen davon. Alles sind zwar neurobiologische Entwicklungsstörungen, trotz des Begriffs „Störung“ sind sie aber nicht automatisch etwas Krankhaftes, sondern bezeichnen erst einmal nur die Abweichung von einer Norm. Die negativen Begriffe in den medizinischen Diagnosen, eine defizit-orientierte Sprache und gesellschaftliche Regeln und Erwartungen lassen allerdings sehr oft diesen Eindruck entstehen.

Vereinfacht erklärt nehmen neurodivergente Menschen mehr und andere Reize und Informationen auf und verarbeiten diese anders als neurotypische Personen. Dadurch haben sie meist eine andere Perspektive auf ihre Umgebung und häufig auch besondere Fähigkeiten und Stärken. Viele erleben zugleich aber auch höheren Stress und Leidensdruck im Alltag – insbesondere in Umgebungen oder in Situationen, in denen kaum oder gar keine Rücksicht auf diese Reizoffenheit genommen wird.

Für viele ist deshalb ein offenes, tolerantes und unterstützendes soziales Umfeld sehr wichtig, in dem sie sich nicht „verstecken“ müssen, ihre persönlichen Fähigkeiten gut entfalten können und das Bedürfnis nach Pausen und Rückzug wertfrei respektiert wird. Außerdem kann es für die Lebensqualität entscheidend sein, bei Bedarf auf medizinische und psychologische Unterstützung zurückgreifen zu können.

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