Seit 2010 richtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe alle zwei bis drei Jahre die „LWL-Messe der Inklusionsunternehmen“ aus. Inklusive Betriebe aus der Region zeigen dort, wie Menschen mit und ohne Behinderungen in vielen verschiedenen Branchen erfolgreich zusammenarbeiten. Die Mitarbeiter:innen der Unternehmen, die vor Ort mit dabei sind, stehen auf der Messe außerdem für Gespräche und Austausch mit den Besucher:innen bereit.
Auf der Jobbörse, die im Rahmen der Messe ebenfalls stattfindet, können sich Menschen mit Behinderungen beraten lassen und Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstellen entdecken. Stellenangebote von Unternehmen, die auf der Messe vertreten sind, sind hier besonders gekennzeichnet – so können Interessierte direkt persönlich ins Gespräch kommen.
In drei Seminarräumen sowie im Messeforum können Besucher:innen außerdem Vorträge und Workshops aus dem umfangreichen Seminarprogramm besuchen. Menschen aus Inklusionsunternehmen berichten beispielsweise von ihren Erfahrungen mit inklusiver Arbeit und Ausbildung, aber auch Fachleute sind vertreten, die etwa darüber informieren, wie digitale Assistenzsysteme und Robotik im Arbeitsalltag unterstützen können. Darüber hinaus gibt es auch fachlichen Input zu vielen Themen rund um die Führung eines Inklusionsunternehmens – unter anderem zum Steuerrecht, zu Fördermöglichkeiten und zu den Chancen für inklusive Betriebe im Wettbewerb auf dem freien Markt.
Die Messe auf einen Blick
Wann?
Mittwoch, 11. März 2026, 9–17 Uhr
Wo?
Messe Dortmund, Halle 5
Der Eintritt ist kostenlos. Die Messe ist barrierefrei gestaltet. Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gibt es am Info-Stand am Eingang der Messe kostenlose Unterstützungsangebote. Die Messe Dortmund stellt auf ihren Seiten außerdem einige Hinweise zur Anreise bereit.
Alle weiteren Informationen zum Programm und den Ausstellenden ist auf www.lwl-messe.de zu finden. Die Website wird laufend aktualisiert.

Die Gesichter und Geschichten zur Messe
In den Wochen vor der Messe hat das LWL-Inklusionsamt Arbeit in einem längeren Prozess zehn Mitarbeiter:innen mit Behinderungen aus Inklusionsunternehmen ausgewählt und für eine Plakatkampagne fotografiert. Mit ihren Geschichten zeigen diese zehn Menschen, was inklusives Arbeiten für sie persönlich bedeutet.
→ Einige der Mitarbeiterinnen mit Mitarbeiter aus der Plakatkampagne stellen wir mit Videostorys auch in unserem Blog vor:
Johanna Schielke beispielsweise, die in einer Großküche arbeitet, oder Nico Ackermann, der im Büro eines Recyclingunternehmens einen Neuanfang gemacht hat.
Was sind Inklusionsunternehmen – und warum sind sie so wichtig?
Inklusionsunternehmen heißen so, weil sie besonders viele Menschen mit Schwerbehinderung auf sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen beschäftigen (30 bis 50 Prozent ihrer Stellen). Allein in der Region Westfalen-Lippe gibt es inzwischen über 170 solcher Betriebe, in denen rund 2.200 Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten. Damit liegt Westfalen bundesweit an der Spitze. Inklusionsunternehmen sind damit Vorreiter für eine soziale und gleichberechtigte Gesellschaft. Auch deshalb werden sie mit Fördergeldern unterstützt, mit denen sie etwa die Mehrkosten für die Einrichtung inklusiver Arbeitsplätze abfangen.
Das Geld dafür kommt unter anderem aus der sogenannten Ausgleichsabgabe. Diesen Betrag müssen alle Unternehmen in Deutschland zahlen, die eine bestimmte Größe haben, aber im Verhältnis dazu nicht genug oder sogar gar keine Menschen mit Behinderung beschäftigen. Bei Unternehmen ab 20 Mitarbeiter:innen ist in Deutschland eine Quote von 5 Prozent gesetzlich vorgeschrieben. Inklusionsunternehmen übererfüllen diese also bei weitem. Genau wie alle anderen Unternehmen müssen sich Inklusionsbetriebe dabei aber eigenständig auf dem freien Markt behaupten und mit anderen Unternehmen in Konkurrenz treten – sie wirtschaften also nicht in Schutzräumen.
Inklusionsunternehmen gibt es in vielen verschiedenen Branchen, zum Beispiel im Einzelhandel, in der Gastronomie, der Gebäudereinigung, bei Hausmeisterdiensten, in Wäschereien, in der IT-Branche oder in der industriellen Fertigung für die Automobilindustrie.
