Von LWL-Messe 2026 | Menschen und ihre Geschichten

Teamgeist, Spaß und Anerkennung: Mit Nico Wichmann in der Josefsbrauerei

Zwischen Paletten, Bier- und Limonadenkästen bewegt sich Nico Wichmann routiniert durch seinen Arbeitsalltag. Er gehört seit 2022 zum Team der Josefsbrauerei in Bad Lippspringe, einem Unternehmen, das Brauhandwerk und Inklusion miteinander verbindet. Für Nico ist sein Arbeitsplatz hier weit mehr als nur eine Beschäftigung: Der Job bedeutet für ihn Anerkennung, Selbstständigkeit und das Gefühl, wirklich dazuzugehören. Für die dritte Folge unserer Videostory-Reihe „Am richtigen Platz“ hat der 24-Jährige uns vor der Kamera von seiner Arbeit in der Brauerei und seinem Weg hierher erzählt.

Nico Wichmann in schwarzem Pulli lehnt im Lager der Josefsbrauerei an silbernen Bier-Fässern.
Text-Logo der LWL-Messe 2026

Die Josefsbrauerei wurde im Jahr 2000 gegründet und war europaweit die erste Firma für Menschen mit Behinderung, die Getränke herstellt. Seitdem arbeiten hier Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, alle in regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Brauerei hat so mittlerweile 13 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt geschaffen – und produziert mit ihrem inklusiven Team unter dem Motto „Gutes trinken. Gutes tun!“ erfolgreich verschiedene Biere, Limonaden und Eistees.

Nico Wichmann ist einer der Mitarbeiter, die eine Behinderung haben. Bevor er zur Brauerei kam, besuchte er Förderschulen und arbeitete in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Doch wirklich aufgehoben fühlte er sich dort nicht.

Hier kann er zeigen, was er kann, hilft in der Abfüllung, arbeitet am Pasteurisierer, sortiert Kästen im Lager, gibt Waren aus und hält den Hof sauber. Wenn irgendwo Unterstützung gebraucht wird, springt er ein. Der Umgang miteinander ist dabei immer respektvoll und humorvoll zugleich. Jeder Tag ist anders – und genau diese Abwechslung gefällt Nico Wichmann besonders gut.

Wer das Unternehmen, in dem Nico Wichmann arbeitet, gerne selbst kennenlernen möchte, hat dazu am

11. März 2026 bei der LWL-Messe der Inklusionsunternehmen in Dortmund

die Gelegenheit. Die Veranstaltung widmet sich alle drei Jahre den Inklusionsunternehmen in der Region, die dort sich und ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Begleitprogramm aus Seminaren und Vorträgen sowie einen Stellenmarkt, bei dem sich Interessierte und Arbeitssuchende beraten lassen oder direkten Kontakt mit Inklusionsunternehmen aufnehmen können.

Wann? Mittwoch, 11. März 2026, 9-17 Uhr
Wo? Messe Dortmund, Halle 5

Weitere Infos gibt es unter www.lwl-messe.de (die Website wird laufend aktualisiert).

Der Eintritt zur Messe ist kostenlos und sie ist barrierefrei zugänglich. Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gibt es am LWL-Infostand kostenlose Unterstützungs- und Übersetzungsangebote. Außerdem stellt die Messe Dortmund auf ihrer Website Hinweise zur Anreise bereit.

buntes Plakat mit Nico Wichmann

Nico Wichmanns Weg in einen Beruf, der zu ihm passt, ist eine Erfolgsgeschichte, bei der nicht zuletzt das Engagement von Inklusionsunternehmen wie der Josefsbrauerei aus Bad Lippspringe eine wichtige Rolle spielt. Inklusion im Berufsleben kann also für jede einzelne Person funktionieren – auch deshalb ist Nico Wichmann eines der zehn „Gesichter der LWL-Messe 2026“!

Was sind Inklusionsunternehmen – und warum sind sie so wichtig?

Inklusionsunternehmen heißen so, weil sie besonders viele Menschen mit Schwerbehinderung auf sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen beschäftigen (30 bis 50 Prozent ihrer Stellen). Allein in der Region Westfalen-Lippe gibt es inzwischen über 170 solcher Betriebe, in denen rund 2.200 Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten. Damit liegt Westfalen bundesweit an der Spitze. Inklusionsunternehmen sind damit Vorreiter für eine soziale und gleichberechtigte Gesellschaft. Auch deshalb werden sie mit Fördergeldern unterstützt, mit denen sie etwa die Mehrkosten für die Einrichtung inklusiver Arbeitsplätze abfangen.

Das Geld dafür kommt unter anderem aus der sogenannten Ausgleichsabgabe. Diesen Betrag müssen alle Unternehmen in Deutschland zahlen, die eine bestimmte Größe haben, aber im Verhältnis dazu nicht genug oder sogar gar keine Menschen mit Behinderung beschäftigen. Bei Unternehmen ab 20 Mitarbeiter:innen ist in Deutschland eine Quote von 5 Prozent gesetzlich vorgeschrieben. Inklusionsunternehmen übererfüllen diese also bei weitem. Genau wie alle anderen Unternehmen müssen sich Inklusionsbetriebe dabei aber eigenständig auf dem freien Markt behaupten und mit anderen Unternehmen in Konkurrenz treten – sie wirtschaften also nicht in Schutzräumen.

Inklusionsunternehmen gibt es in vielen verschiedenen Branchen, zum Beispiel im Einzelhandel, in der Gastronomie, der Gebäudereinigung, bei Hausmeisterdiensten, in Wäschereien, in der IT-Branche oder in der industriellen Fertigung für die Automobilindustrie.

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